Lohengrin
An dieser Aufführung heute Abend schieden sich mal wieder die Geister. Ich bin sicher, dass Richard Wagner selbst eher der ablehnenden Fraktion zuzuordnen gewesen wäre.
Die Handlung war in ein Klassenzimmer verlegt worden. Die Jungs in kniekurzen Hosen und Mützen im Stil "Feuerzangenbowle", die Mädels in einer Art Matrosenkleidchen, weißen Söckchen und mit Zöpfen. Im ersten Akt flogen dann auch reichlich Papierkügelchen und gebastelte Schwalben über die Bühne. Die ungeteilte Aufmerksamkeit des Chores gab es erst als es zum Kampf zwischen Telramund und dem auf einer Hebebühne aus der Versenkung ins Geschehen beförderten edlen Ritter kam, der seinen Namen nicht nennen wollte. Aber das war auch nicht so wichtig, die Leute wollten den Kampf sehen. Ein paar Hiebe mit den Holzschwertern hatten die Balgerei aber schnell für den unbekannten Helden entschieden und die Ehre von Elsa war wieder hergestellt.
Der zweite Akt bestach durch stimmliche Leistungen sowohl der Solisten als auch des Chores. Zur Handlung ist zu sagen, dass der Frust des edlen Recken verständlich war. Hatte er seiner Holden doch gerade mühsam die Knöpfe der Bluse geöffnet und sich selbst schon mal des Hemdes entledigt, nervte seine Angetraute ihn nun mit ihrem Misstrauen und wollte von seinen Zuneigungsbekundungen eigentlich nicht recht was wissen. Er solle ihr doch vorher unbedingt seinen Namen nennen - sie würde es auch nicht weiterverraten.
Und so kam es dann wie es kommen musste. Neugier ist uns Frauen noch nie wirklich gut bekommen, ich erinnere nur an die acht (oder waren es nur sieben) Frauen des Herzog Blaubart. Der Recke gab der Forderung seiner Frau nach, tat seinen Namen - Lohengrin - kund, verließ sie aber und machte sich auf zurück an den Ort, von dem er kam. Gral hüten und so.
Bis dahin hatte ich mich wirklich prächtig amüsiert - was bei Wagner nicht unbedingt üblich ist. Ich konnte sogar in weiten Teilen über seine gedrechselte Sprache hinweghören. Den "hehren, wonnevollen Mann" mochte ich noch so durchgehen lassen, bei den "Deutschen Schwertern für Deutsche Reiche" hatte ich allerdings erhebliche Schwierigkeiten. Vielleicht sollten Wagners Texte mal überarbeitet werden ...
Gegruselt hat es mich dann zum Schluss als der neue Führer von Brabant in der Person des bis dahin zum Schwan verzauberten kleinen Bruders von Elsa mit Soldatenhelm auf dem Kopf und Maschinengewehr in der Hand präsentiert wurde. Und da ruft der Chor dann noch einmütig "Heil, heil" ... Na, was soll man davon halten!?
Insgesamt gesehen war es ein toller Opernabend. Mir hat´s gefallen!
Die Handlung war in ein Klassenzimmer verlegt worden. Die Jungs in kniekurzen Hosen und Mützen im Stil "Feuerzangenbowle", die Mädels in einer Art Matrosenkleidchen, weißen Söckchen und mit Zöpfen. Im ersten Akt flogen dann auch reichlich Papierkügelchen und gebastelte Schwalben über die Bühne. Die ungeteilte Aufmerksamkeit des Chores gab es erst als es zum Kampf zwischen Telramund und dem auf einer Hebebühne aus der Versenkung ins Geschehen beförderten edlen Ritter kam, der seinen Namen nicht nennen wollte. Aber das war auch nicht so wichtig, die Leute wollten den Kampf sehen. Ein paar Hiebe mit den Holzschwertern hatten die Balgerei aber schnell für den unbekannten Helden entschieden und die Ehre von Elsa war wieder hergestellt.
Der zweite Akt bestach durch stimmliche Leistungen sowohl der Solisten als auch des Chores. Zur Handlung ist zu sagen, dass der Frust des edlen Recken verständlich war. Hatte er seiner Holden doch gerade mühsam die Knöpfe der Bluse geöffnet und sich selbst schon mal des Hemdes entledigt, nervte seine Angetraute ihn nun mit ihrem Misstrauen und wollte von seinen Zuneigungsbekundungen eigentlich nicht recht was wissen. Er solle ihr doch vorher unbedingt seinen Namen nennen - sie würde es auch nicht weiterverraten.
Und so kam es dann wie es kommen musste. Neugier ist uns Frauen noch nie wirklich gut bekommen, ich erinnere nur an die acht (oder waren es nur sieben) Frauen des Herzog Blaubart. Der Recke gab der Forderung seiner Frau nach, tat seinen Namen - Lohengrin - kund, verließ sie aber und machte sich auf zurück an den Ort, von dem er kam. Gral hüten und so.
Bis dahin hatte ich mich wirklich prächtig amüsiert - was bei Wagner nicht unbedingt üblich ist. Ich konnte sogar in weiten Teilen über seine gedrechselte Sprache hinweghören. Den "hehren, wonnevollen Mann" mochte ich noch so durchgehen lassen, bei den "Deutschen Schwertern für Deutsche Reiche" hatte ich allerdings erhebliche Schwierigkeiten. Vielleicht sollten Wagners Texte mal überarbeitet werden ...
Gegruselt hat es mich dann zum Schluss als der neue Führer von Brabant in der Person des bis dahin zum Schwan verzauberten kleinen Bruders von Elsa mit Soldatenhelm auf dem Kopf und Maschinengewehr in der Hand präsentiert wurde. Und da ruft der Chor dann noch einmütig "Heil, heil" ... Na, was soll man davon halten!?
Insgesamt gesehen war es ein toller Opernabend. Mir hat´s gefallen!
Britt M. - 13. Jan, 00:23
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